Mehrgenerationen-Belegschaft und transkulturelle Kommunikation


Eine sich ändernde Arbeitswelt erfordert zunehmend eine generationsübergreifende Zusammenarbeit und die multikulturelle Kommunikation globaler Teams. Ob kleines Unternehmen oder großer Konzern, wer sein kleines Team oder seinen Talentpool erweitern will, muss wissen, mit welchen Versprechen er das Bewerberinteresse weckt – und gleichzeitig die Kommunikation am Laufen halten.

Beginnen wir zunächst mit Mehrgenerationen-Teams. Cam Marston ist Experte in Fragen des Generationswandels und dessen Auswirkungen auf die Arbeits- und Wirtschaftswelt. Er teilt mit uns seine Strategie für ein intaktes und motiviertes Mehrgenerationen-Team: "Jede Generation hat ihre eigenen Vorstellungen vom idealen Arbeitsplatz. Man muss also herausfinden, was jede Altersgruppe braucht, um produktiv und zufrieden arbeiten zu können." Aber wo fängt man an? Die folgenden Fakten helfen, die Wünsche der verschiedenen Generationen besser zu verstehen und deren einzigartigen Talente auszuschöpfen:

Babyboomer (1946–1964) und die reife Generation (vor 1946)

  • Vorteile. Laut Marston entdecken immer mehr Unternehmen die Talente der so genannten "älteren Generation" und nutzen sie mit gutem Erfolg. Eine kürzlich durchgeführte Studie belegt, dass die Generation 50plus hochmotiviert ist, den Staffelstab und ihre Erfahrungen an die jüngere Generation weiterzugeben. 80 Prozent der Erwerbstätigen aus dieser Altersgruppe würden gerne eine Mentorenrolle für Nachwuchskräfte übernehmen, auch wenn sie dazu freie Zeit opfern müssten. Bestätigt wird dies durch eine weitere Studie, wonach die ältere Generation ihre Zweitkarriere häufig im Bildungsbereich, Gesundheitswesen, öffentlichen Sektor oder in gemeinnützigen Organisationen startet. Dies ist ein Indiz dafür, dass ältere Arbeitnehmer Tätigkeiten mit einem tieferen persönlichen Sinn suchen und sich als Teil von etwas Größerem einbringen wollen.
  • Herausforderungen. Trotz aller Begeisterung für die Rolle des Mentors, so Marston, gilt es jedoch, Unterschiede im Kommunikationsverhalten zu überbrücken. "Jüngere Leute erfassen und verarbeiten neue Dinge mitunter anders, als es die Generation der über 50-Jährigen kennt", erklärt Marston. "Sie suchen nach schnellen Lösungen und sind an ein anderes Tempo gewöhnt als ihre Mentoren. Ein weiteres Problem besteht darin, dass die Generation 50plus einen gewissen Respekt von jungen Menschen erwartet. Sollte es hier Reibungspunkte geben, darf sich der Mentor davon jedoch nicht beirren lassen." Sind diese Hürden einmal überwunden, arbeiten Babyboomer und die reife Generation nahtlos, erfolgreich, loyal und zuverlässig zusammen, und Unternehmen profitieren in puncto exzellentem Kundenservice und Wissenstransfer.
  • Fazit. Stellen Sie die Vorteile in den Fokus, und schaffen Sie ein Umfeld, in dem Mitarbeiter neue Fertigkeiten erlernen, Wissen weitergeben und sich geschätzt fühlen können. Für die Weiterqualifizierung hat Marston folgenden Tipp: "Je älter die Mitarbeiter sind, desto praxisnäher sollte das Lernen sein."

Generation X (1965–1979)

  • Vorteile. Laut einer Studie kommt es dieser Gruppe vor allem auf eine ausgewogene Work-Life-Balance an – weit mehr, als man es von den Babyboomern kennt. Auch Weiterbildungsangebote, Kursgebührenerstattung und Mitarbeitervergünstigungen werden häufiger in Anspruch genommen. Aktuellen Studien zufolge sind Angehörige der Generation X besonders stolz auf das, was sie leisten. Und sie legen Wert auf gute Bezahlung und Boni, Freizeit, finanzielle Sicherheit und ein gutes Arbeitsklima. Etwas paradox: Obwohl gerade diese Gruppe Wert auf geregelten Urlaub legt, bleibt so mancher Urlaubstag ungenutzt – aus betrieblichen Gründen, wie in einer kürzlich durchgeführten Studie zu lesen war. Auch die Generation X geht ihrer Arbeit mit Leidenschaft nach. Ein wichtiger Faktor für Zufriedenheit im Job ist die Fähigkeit, "etwas zu bewirken". Eine Umfrage unter Führungskräften ergab kürzlich, dass sich die Generation X im Vergleich zu anderen Altersgruppen "am meisten für ihre Arbeit engagiert".
  • Herausforderungen. Wenn die Arbeitskultur nicht stimmt, hat die Generation X das Gefühl, nicht voranzukommen. Eine "innere Kündigung" kann die Folge sein. Vertreter der Generation X können gut auf sich gestellt arbeiten, was positiv oder negativ sein kann, und sie schätzen ihre Freiheit und Autonomie. Viele haben einen ausgeprägten Unternehmergeist und wechseln mitunter die Seiten, wenn sie unzufrieden sind.
  • Fazit. Geben Sie dieser Gruppe die Möglichkeit, sich einzubringen. Als weitere wichtige Faktoren nennt Marston "gute Bezahlung und Eigenverantwortung sowie flexible Arbeitszeiten für die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf".

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Millennials (1980–2000)

  • Vorteile. Millennials sind oft Zielscheibe von Spötteleien und Vorurteilen und geraten deshalb oft unverdient in die Kritik. Auch wenn sie sich deutlich von früheren Generationen unterscheiden (welche Generation tut das nicht?), können sie eine Menge Talente einbringen. Studien zeigen, dass sie gute Teamplayer sind und mit ihrer Arbeit wirklich etwas bewirken wollen. Sie pflegen einen offenen Kommunikationsstil mit Vorgesetzten und sind aufgeschlossen gegenüber neuen Technologien. Diese Gruppe, so Marston, benötigt nur wenig praktische Anleitung, wenn es um das Erlernen neuer Fertigkeiten geht. "Je jünger die Mitarbeiter sind, desto selbstverständlicher ist es für sie, mithilfe von Onlineseminaren eigenverantwortlich zu lernen. Anschließend testen sie ihr Wissen im Team." Die Millennials gelten als die Generation mit dem höchsten Bildungsstand. Mehr als ein Drittel besitzt einen akademischen Grad.
  • Herausforderungen. Die Ziele der Millennials decken sich weitestgehend mit den Zielen der anderen Altersgruppen. Die einzige Herausforderung könnte die hohe Fluktuation sein, die bei Beschäftigten unter 35 Jahren seit mehr als zwei Jahrzehnten zu beobachten ist.
  • Fazit. Diese Generation, so Marston, wünscht sich "Inspiration, klare Karriereziele und flexible Arbeitszeiten für eine ausgewogene Work-Life-Balance".

Die zunehmend globaleren Teams müssen genau wie Mehrgenerationen-Teams nahtlos kommunizieren und zusammenarbeiten können. Kelly Joscelyne, Global Chief Talent Officer bei Mastercard, betont die Wichtigkeit eines Arbeitsumfelds, in dem alle Teammitglieder harmonisch zusammenarbeiten. "Um eine reibungslose Kommunikation zu ermöglichen, müssen persönliche Arbeitsgewohnheiten analysiert und neue Arbeitsstile gefördert werden", so Joscelyne. Es ist wichtig, "sein Team zu verstehen und sich Zeit für Mitarbeiter zu nehmen", fährt Joscelyne fort. "So ist man als Chef präsent und zeigt sich von einer menschlichen Seite." Erfahren Sie hier, wie Sie mit den Herausforderungen globaler Teams umgehen:

  • Gleichstellung von Mann und Frau fördern
    Wenn Teams weltweit zusammenarbeiten, prallen manchmal unterschiedliche Ansichten über Frauen im Berufsleben aufeinander. Aber wie lassen sich diese Unterschiede überwinden? "Unsere Philosophie ist es, Frauen auf ihrem Karriereweg zu unterstützen", so Joscelyne. "Wir brauchen ein vielfältiges Expertenteam, das ergebnisorientiert und nach unseren Werten handelt. Deshalb fördern wir eine Kultur, in der Geschlechtervielfalt und Integration groß geschrieben werden." Im Jahr 2016 wurden 34 % aller Führungspositionen bei Mastercard von Frauen besetzt, sodass das Unternehmen von der National Association for Female Executives (NAFE) für seine Vorbildfunktion ausgezeichnet wurde. Und nicht zuletzt sind 40 % der Beschäftigten in den USA Frauen.
  • Fristen klar ansagen
    Wenn die Zeit drängt, ist kaum etwas frustrierender als kulturell bedingte, unterschiedliche Auffassungen von Pünktlichkeit. Doch Joscelyne hat einen Weg gefunden, um dieses Problem in den Griff zu bekommen. "Wenn ein neues Projekt beginnt, mache ich von Anfang an deutlich, welche Fristen einzuhalten sind", erklärt Joscelyne. "Projektteams und Projektleiter arbeiten über Zeitzonen, Ländergrenzen und Generationen hinweg zusammen. Die weltweite Planung und Fertigstellung eines Projekts hängt also nicht davon ab, welche Kultur oder Generation das bessere Zeitmanagement hat. Vielmehr ist der Umgang mit Zeit fest in der jeweiligen Kultur verankert."
  • Vertrauen und Vernetzung in weltweiten Teams fördern
    Persönliche Arbeitsgewohnheiten lassen sich besser verstehen, wenn Vorgesetzte Einzelgespräche mit Teammitgliedern führen, präsent sind und sich von ihrer menschlichen Seite zeigen. Aber auch andere Maßnahmen können sehr viel bewirken, damit globale Teams näher zusammenrücken: "globale Arbeitsgruppen, eine klare Vorstellung von Prioritäten, Lösungen für virtuelle Zusammenarbeit und eine dynamische Führungskultur, in der sich Teammitglieder aus verschiedenen Regionen abwechseln".

Es gibt also eine Menge zu bedenken. Aber wenn Unternehmen alles sorgfältig ins Kalkül ziehen und ein Umfeld schaffen, in dem Menschen unterschiedlicher Generationen und Kulturen harmonisch zusammenarbeiten, steht dem Erfolg praktisch nichts mehr im Weg.

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